Sozialdienst katholischer Frauen Konstanz e.V.
Sie sind hier: Startseite » Angebote und Hilfen » Frauen und Familien » Kinderkrippe Säntisstrolche

Kinderkrippe Säntisstrolche


In der Kinderkrippe Säntisstrolche werden insgesamt 20 Kinder im Alter zwischen vier Monaten und drei Jahren in den zwei Gruppen Himmelblau und Sonnengelb ganztägig betreut. Die Grundlagen unserer Arbeit basieren auf den neuesten Erkenntnissen der Neurophysiologie, der Entwicklungspsychologie, der Sozialisations- und Bindungsforschung.

Unsere Krippe orientiert sich dabei am pädagogischen Ansatz von Emmi Pikler und der daraus resultierenden Grundhaltung dem Kind gegenüber. Ihre Grundprinzipien beinhalten die „selbständige Bewegungsentwicklung“, das „freie Spiel“ und die „achtsame Pflege“.
Das zugrundeliegende Menschenbild sieht in jedem Säugling und Kleinkind ein Individuum mit „eigenen Entfaltungskräften“.

Was heißt dies für unseren Alltag mit den Kindern?

Für einen Säugling/Kleinkind ist eine freie Bewegungsentwicklung in einer vorbereiteten Umgebung sehr wichtig. Sie ist so gestaltet, dass jedes Kind aus eigenem Antrieb und in eigenem Tempo die Welt erforschen kann. Die Säuglinge werden, während sie wach sind, auf eine dünne Decke oder einen Teppich auf den Rücken gelegt. Von dieser natürlichen Position aus erforschen und entwickeln sie ihre Bewegungsmöglichkeiten und die in der Umgebung liegenden Gegenstände. Die Kinder werden nicht von den Erwachsenen gedreht, gesetzt, auf die Beine gestelltt, sondern dürfen selbständig neue Positionen aufsuchen und ausprobieren. Das führt zu einer enstprechenden ganzheitlichen motorischen Entwicklung mit dem Aufbau des aktiven und passiven Bewegungsapparates, zur harmonischen Bewegungsausführung und der Möglichkeit zu Selbsteinschätzung, Selbständigkeit und einem gesundem Selbstwertgefühl.
Für Kinder, die robben, krabbeln oder laufen können, besteht die vorbereitete Umgebung aus vielfältigem, dem Alter entsprechenden Spielmaterialien: Krabbelkisten, Rutschen, kleinen Leitern, Körben, Tunnels. Sie laden zum Krabbeln, Kriechen und Klettern ein.
Im Freien besteht die Möglichkeit, auf den unebenen Flächen und Treppen zu krabbeln und zu laufen, mit Sand, Wasser und verschiedenen Materialien zu spielen.

Kinder besitzen beim Spielen, im selbstbestimmten Wechsel mit Bewegung, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer. Wenn sie dazu den Rahmen und die Möglichkeiten bekommen, werden sie stark und lebendig und eine wichtige Grundlage zu einer gelungenen Entwicklung ist gegeben.
Das Spielen und die respektvoll begleiteten Konflikte mit andern Kindern lassen das Kind über die Gesetzmäßigkeit der Wirklichkeit durch eigenständige Versuche hineinwachsen.
Durch die gemeinsamen Aktivitäten setzt sich das Kind mit seiner eigene Gefühlswelt auseinander (Freude, Anteilnahme, Frust, Wut, Traurigkeit, Aggression usw.). Es erfährt durch die Gruppe mit der Zeit Unterstützung und Anteilnahme.

Wickeln, Waschen, Füttern und Essen ist eine qualitativ hochwertige und individuelle Beziehungszeit.
Diese Situationen geben Gelegenheit zu Kommunikation und Kooperation. Das Kind wird eingeladen so viel zu tun und sich „zuzumuten“, wie es von seiner Entwicklungsstufe in der Lage ist.
Ein Großteil seiner sozialen Erfahrungen macht ein Säugling/Kleinkind während der Pflege. Während dieser Zeit hat es die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Erzieherin. Das Kind lernt während der Pflege seine körperlichen Bedürfnisse selbst zu erkennen, zu differenzieren und anzuzeigen. Es lernt auszudrücken, auf welche Weise es seine Bedürfnisse befriedigt haben möchte und ob es sich während der Pflege wohl fühlt. Indem der Erwachsene auf die Signale des Kindes achtet und ihm Bewegungsfreiheit lässt, gibt er dem Kind von Anfang an Gelegenheit, den Verlauf der Pflege zu beeinflussen. Das verstärkt Selbstwirksamkeitserfahrungen und Selbstwertgefühl des Kindes. Das Kind erfährt liebevolle Fürsorge und Verständnis, woraus ihm die Freude an der Selbständigkeit wächst.

Information, Gespräche und Austausch

Der Austausch unter uns Erziehenden ist uns sehr wichtig. Neben den Entwicklungsgesprächen, die zweimal jährlich stattfinden und den Gesprächen zwischen Tür und Angel gibt es zusätzlich die Möglichkeit, interessante Themen oder aufkommende Fragen aus dem Familienalltag oder den momentanen Entwicklungsphasen anzuschauen, zu diskutieren und neue Wege zu entdecken. Dafür gibt es:

  • Offene Gesprächskreise: Sie lassen zunächst offen, was Eltern an einzelnen Themen mitbringen, z.B. Umgang mit Konflikten, Anforderungs- oder Gefährdungssituationen (z.B. Steckdosen, Treppenhäuser und Aufzüge bis hin zu öffentlichen Spielplätzen und dem Wunsch, manchmal in Ruhe kochen oder einen Tee trinken zu können).
  • Feste Ansprechpartner für Sie: Jedes Kind hat eine Bezugserzieherin und ist in eine unserer zwei Gruppen integriert, somit haben die Eltern feste und verbindliche Ansprechpartner. Die Leitung der Kinderkrippe sowie die Gesamtleitung des SKF-Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule steht Ihnen jederzeit als Ansprechpartner nach einer Terminabsprache zur Verfügung.
  • Elternbriefe und Elternabende: Eine wichtige Form der Elterninformation sind regelmäßige Elternbriefe und Elternabende. Wir informieren Sie so über aktuelle Veränderungen und Termine, sowie interessante Fachthemen.
  • Unsere Schließtage: Insgesamt hat unsere Kinderkrippe an 29 Tagen geschlossen. Der Plan der Schließzeiten ist auf das Kalenderjahr bezogen und wird mit dem Elternbeirat abgestimmt.